Die Performance HIDING THIS PALE OBJECT OF DESIRE, A PLEASURE verbindet Bewegungen, Bilder und Klänge und setzt sie in neue Kontexte. Alltägliche Gegenstände wie ein Tisch oder ein Stuhl werden zum Experimentieren über Alltag, Sexualität und Intimität genutzt. Im Zentrum der Erkundung steht der Mund. Handlungen werden wiederholt und verändert. Sie erfüllen nicht mehr ihre übliche Funktion und erhalten verschiedene Bedeutungen. Was wir auf der Bühne sehen, ist nie ganz eindeutig und eröffnet ständig neue Assoziationen.
Ein Tisch. Ein Mund. Materialien, die bis zur Erschöpfung bearbeitet werden, dort, wo die Grenzen zwischen Alltag und Kochen, Intimität und Sexualität aufbrechen.
Die Performance HIDING THIS PALE OBJECT OF DESIRE, A PLEASURE greift Gesten aus dem Kochen auf – Zerdrücken, Kauen, Verstreichen – und verschiebt sie in andere Kontexte. Dabei gerät der Rhythmus konstant ins Stocken, Handlungen überlagern sich und verlieren jede erkennbare Zweckbestimmung.
Was zum Essen gehören könnte, verschiebt sich in neue, ambivalente Zusammenhänge. Das Gesehene ist nie eindeutig, Bilder haften an Oberflächen und fragmentierte Eindrücke fordern das Publikum heraus, sich in verschiedenen Perspektiven zurechtzufinden und Bruchstücke zusammenzusetzen.
Gleichzeitig rückt die Klangwelt die Zuschauer:innen in unmittelbare Nähe dessen, was auf der Bühne vor sich geht: Bedeutungen und Referenzen überlagern sich. Das Gehörte entzieht sich einer eindeutigen Zuordnung zu einem einzelnen Kontext.
HIDING THIS PALE OBJECT OF DESIRE, A PLEASURE zielt nicht auf Klärung ab, sondern darauf, einen Zustand der Reibung zwischen zweckgebundener Geste und Exzess, zwischen Anziehung und Unbehagen aufrechtzuerhalten.
Credits
Künstlerische Leitung, Konzept, Kostüme und Performance: Elisabeth Bakambamba Tambwe
Videoassistenz und Bühne: David Pujadas Bosch
Musik- und Sound-Komposition: Ursula Winterauer
Licht-Design: Sveta Schwin
©Photo: Marcus Gradwohl
BIOS
Elisabeth Bakambamba Tambwe wurde in Kinshasa geboren und wuchs in Frankreich auf, wo sie Bildende Kunst und Bildhauerei studierte. In ihrem choreografischen Werk beschäftigt sich die Künstlerin mit der sensiblen und fragilen Dimension des Körpers und dem Konzept von Normalität, die sie als tyrannisch und entwürdigend kritisiert. Ihre jüngsten Arbeiten wurden unter anderem bei den Wiener Festwochen, dem steirischen herbst, brut Wien, donaufestival, WUK performing arts, ImPulsTanz Vienna International Dance Festival und Afro Vibes Amsterdam gezeigt.
David Pujadas Bosch (video- assistent and documentation / Video- Assistenz und Dokumentation)
David Pujadas Bosch (er/ihm), geboren in Barcelona, lebt seit 2000 in Wien. Nach einem Wirtschaftsstudium an der Universität Barcelona und seiner Tätigkeit bei IBM Österreich studierte er an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Monica Bonvicini, Harun Farocki, Thomas Heise und Emily Wardill.
Seine Arbeit konzentriert sich auf Video und Film und umfasst zudem Theater, Fotografie, Animation, Zeichnung, Performance und Soundinstallation. Er arbeitet interdisziplinär im Kunst- und Kulturbereich und kollaboriert mit zahlreichen Künstler:innen.
Neben seiner Tätigkeit in Kamera und Schnitt wirkte er auch in verschiedenen Bereichen der Filmproduktion mit. Darüber hinaus dokumentiert er Performances, Ausstellungen und Symposien und realisiert Kurzfilme, Musikvideos sowie Video-Installationen, u. a. für das Vitra Design Museum, das 21er Haus und die Österreichische UNESCO-Kommission.
Ursula Winterauer (music /Musik)
Ursula Winterauer, alias Gischt, lebt und arbeitet in Wien als Komponistin, Produzentin elektronischer Musik und Kuratorin. Ihre eklektischen Klanglandschaften bieten vielschichtige Interpretationen von Industrial, Techno und Ambient, geprägt durch Bassgitarre, Synthesizer und dichte elektrosmogartige Texturen.
Ihre Arbeit setzt sich mit rohen, brutalen Klangqualitäten im Zustand digitaler Überdetermination auseinander, die häufig in Kontrast zur Klarheit ihrer eigenen Stimme stehen. Sie ist Bassistin der Doom-Metal-Band Eaeres sowie Teil des Duos The Answer is No gemeinsam mit Maja Osojnik.
Winterauer entwickelt Werke für Ensembles, arbeitet als Sounddesignerin und Filmkomponistin und schafft Kompositionen für zeitgenössischen Tanz. Sie ist Mitbegründerin und Labelleiterin von Ventil Records, Mitorganisatorin und kaufmännische Leiterin des Unsafe+Sounds Festivals und war 2024 Kuratorin von New Salt – Festival for Sonic Exploration & Digital Art.



