Salon Souterrain : Confort Out – 15 april 2026 @19:30 – WUK

Salon Souterrain: Confort Out weist die Vorstellung makelloser Vollendung zurück und stellt stattdessen die Narbe und die erfinderische Reparatur in den Mittelpunkt. Salon Souterrain schlägt eine konkrete und beharrliche Weise vor, Raum und Blick einzunehmen – eine Form des Widerstands, in der Verletzlichkeit zu einer bewusst gesetzten Geste der Subversion wird.

In einer Welt, die von gefilterten Bildern und kurzlebigen Produkten überflutet ist, kritisiert Salon Souterrain den von sozialen Netzwerken und beschleunigtem Konsum befeuerten Kult der Perfektion. Die eingeladenen Künstler:innen laden dazu ein, persönliche und gesellschaftliche Brüche ebenso wie die Spuren von Abnutzung und materieller Transformation als Zeichen von Authentizität zu erkennen – im Gegensatz zu Hyperproduktivität und schneller Obsoleszenz.

Salon Souterrain: Confort Out schlägt damit einen kritischen Zugang vor, um unser Verhältnis zu Objekten, zu Bildern und – umfassender – zur Welt neu zu denken.

Künstlerische Leitung: Elisabeth Bakambamba Tambwe
Performance/Musik: giggidalessio duo (Stefano D’Alessio, Luigi Guerrieri)
Musik: Elīna Viļuma-Helling
Film: Kosta Nikas
Performance/Tanz: Zoé-Afan Strasser und So Young Park
Kunst: Red Huemer, Noémi Kiss
DJ: Ojay Morgan

Team: Indra Jäger (Produktion), Benoît Jouan (Recherche), François Ntambue Tambwe (Web), David Pujadas Bosch (Dokumentation)
Mit freundlicher Unterstützung der Stadt Wien MA7
Salon Souterrain von Dig Up Productions
In Zusammenarbeit mit WUK performing arts / Projektraum, Château Rouge und AIL/Angewandte Interdisciplinary Lab

Zoe Asfan-Strasser (c) Teresa Marenzi
Noemi_Kiss_klein
ZK Press Shot - Photo_ Frederic Aranda-3
(c) Rosa Knecht7

BIOS

giggidalessio duo

Nach Jahren der Fantasie ist ANGST das Debütprojekt des giggidalessio-Duos – ein Experiment, das Performance, Poesie, Musik, Text und neue Medien miteinander verbindet. Die kombinierten Praktiken der beiden Künstler kristallisieren sich um das Thema Angst (Angst auf Deutsch).
Existenzielle Ängste, unsinnige Ängste, Ängste vor dem Kommunismus, politische Ängste, dumme Ängste, materielle Ängste, Angst vor Klischees, Angst vor Unterschieden, Angst davor, zuzugeben, wer wir sind, was wir mögen und was wir nicht mögen. Sogar Angst davor, zu unterhaltsam, zu lustig, zu dumm oder nicht konzeptionell genug zu sein. AHHHH!

ANGST ist eine Konzertperformance, bei der das Publikum zum Lachen, Mitsingen, Headbangen und Tanzen eingeladen ist.

Elīna Viļuma-Helling

Elīna Viļuma-Helling ist eine lettische Sängerin mit Lebensmittelpunkt in Wien, die sich mit besonderer Leidenschaft der zeitgenössischen und improvisierten Musik widmet. Ihr Solo-Debüt gab sie 2024 im Wiener Konzerthaus mit dem Klangforum Wien unter Beat Furrer. Im April 2025 verkörperte sie die Rolle der Mauricia in der Uraufführung von Furrers neuer Oper am Opernhaus Zürich. Als Sopranistin des Ensembles Cantando Admont ist sie seit 2018 international gefragt. Auftritte führten sie u.a. zu den Salzburger Festspielen, ans Teatro Colón in Buenos Aires und ins Concertgebouw Amsterdam.

Zoé-Afan Strasser

 

Zoé-Afan Strasser ist eine wienerisch-ghanaische Tänzerin und Choreografin mit Sitz in Wien, die in den Bereichen klassisches Ballett, zeitgenössischer Tanz und interdisziplinäre Performance arbeitet. Sie erhielt ihre Ausbildung an der Ballettschule der Wiener Staatsoper sowie an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien, wo sie 2018 ihren BA in Tanz mit Auszeichnung abschloss. Anschließend setzte sie ihr Studium im Alonzo King LINES Ballet Training Program in San Francisco fort. Seit 2019 ist sie als freischaffende Künstlerin und Tanzpädagogin in Wien tätig. Ihre choreografische Arbeit Mell brwn wurde beim Internationalen Solo-Tanz-Theater-Festival in Stuttgart gezeigt. Ihre künstlerische Praxis beinhaltet oft interdisziplinäre Kollaborationen mit Künstlerinnen wie Erwin Wurm, Shake Stew, Matthew Lutz-Kinoy und Afropolitan Berlin. Sie tanzte in Stücken von Choreografinnen wie Akemi Takeya, Maurya Kerr, Kiani del Valle, Alonzo King, Simon Mayer, Antony Rizzi, Virginie Roy-Nigl und Esther Balfe. 2025 arbeitete sie mit der bildenden Künstlerin Carola Dertnig an der Performance Move on the Move im Museum der Moderne Salzburg zusammen und feierte bei ImPulsTanz die Uraufführung von Transient Shifts, einem Science-Fiction-Stück choreografiert von Akemi Takeya.

Red Huemer
Rindenstücke um ein veganes Krokodil zu erschaffen, Straßenlaternen und ausrangierte Radiatoren um überdimensionale Armbanduhren herzustellen….Malerei, Bildhauerei, Alltagsgegenstände, Musik…. Red Huemer bedient sich an so gut wie jeglichen Material/Medium um sich künstlerisch Auszudrücken und mit einer Extraportion Humor die Gesellschaft zu durchleuchten. R.H. studiert an der Akademie der Bildenden Künste Wien bei Prof. Julian Göthe. 2025 bekam er ein Emanuel und Sophie Fohn-Stipendium für höchstbegabte. Seine Arbeiten würden bereits in Paris (Prequel Paris), London (Austrian Culture Forum London), Ni Art Museum (China), München, Belveder 21, Parallel Wien usw. gezeigt.

Noémi Kiss ist eine in Österreich lebende bildende Künstlerin, Architektin und Philosophin. Geboren 1969 in Székelykeresztúr (Siebenbürgen, Rumänien), absolvierte sie ein Masterstudium der Architektur an der Technischen Universität Wien sowie ein Masterstudium der Philosophie an der Universität für Humanwissenschaften Wien.
Seit 2013 arbeitet sie freischaffend an der Schnittstelle von zeitgenössischer Kunst, Design und Architektur. In ihrer materialbasierten Praxis transformiert sie Alltagsobjekte und vertraute Werkstoffe – insbesondere Perserteppiche, Textilien, Beton und industrielle Materialien – zu skulpturalen Arbeiten, die Wahrnehmung, Wertigkeit und kulturelle Zuschreibungen hinterfragen. Ihre Werke bewegen sich zwischen Konzept und sinnlicher Erfahrung und eröffnen neue Perspektiven auf Materialität, Erinnerung und Form. Von 2011 bis 2013 arbeitete sie gemeinsam mit dem Architekten Andreas Reichl unter dem Namen KISSTHEREICHL, unter anderem an der Werkserie Carpeted Carpets.
Ihre Arbeiten wurden national und international in renommierten Ausstellungs- und Kunst-/Designkontexten gezeigt, darunter das Ausstellungshaus Spoerri, ZONAMACO / Design Mexico City, das Museum Villa Rot sowie die Kunsthalle Gießen (D), außerdem in zahlreichen weiteren Ausstellungen in Österreich und Europa. Für 2026 ist sie als Teilnehmerin der Biennale Internazionale Donna eingeladen.

So Young Park ist eine in Wien lebende Künstlerin, die in den Bereichen Live-Performance und performative Installation arbeitet. Sie absolvierte ihren Bachelor und Master in Bildender Kunst in Seoul, Südkorea, und studiert derzeit Performative Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien. Ihre künstlerische Praxis konzentriert sich auf den Zwischenzustand von Leben und Sterben und begreift Leben und Tod als miteinander verwobene Existenzbedingungen. Durch das von ihr entwickelte Konzept des „Warm-Death“ versucht Park, die Fragilität des Todes und die Vergänglichkeit, die im Alltag eingeschrieben ist, erfahrbar zu machen. In jüngerer Zeit hat sie ihre Praxis um 3D-Druck erweitert und untersucht, wie digitale Fertigung fragile und Übergangszustände des Seins in eine physische Form übersetzen kann. Park wurde für den Birgit-Jürgenssen-Preis (2026) sowie für das Ö1 Talentestipendium für Bildende Kunst der Akademie der bildenden Künste Wien (2025) nominiert. Als Mitglied des Yi-um Collective gemeinsam mit Sunggu Hong und June Hwajung hat sie unter anderem mit Belvedere 21, Kultursommer Wien, der Klima Biennale, Das Weisse Haus und dem Koreanischen Kulturzentrum zusammengearbeitet. Ihre Arbeiten wurden außerdem im Dom Museum präsentiert.

Ojay Morgan
Ojay Morgan ist ein DJ, dessen Sound an der Schnittstelle zwischen Underground-Kultur, Mode und Atmosphäre angesiedelt ist. Mit seinem ausgeprägten Gespür für Spannung und Entspannung kuratiert er immersive Sets, die Tiefe gegenüber Überfluss und Gefühl gegenüber Spektakel bevorzugen. Durch die Mischung von Hip-Hop, House, Afrobeats, Amapiano und globalen Rhythmen entfalten sich seine Auswahl mit Absicht und schaffen einen Raum, der sich intim, erhaben und subtil disruptiv anfühlt. Ojay Morgans Ansatz ist für anspruchsvolle Räume und bewusste Zuhörer konzipiert und fügt sich nahtlos in Umgebungen ein, in denen Klang, Stil und Präsenz eine Rolle spielen.

Elisabeth Bakambamba Tambwe (Host/Künstlerische Leitung))

Elisabeth Bakambamba Tambwe wurde in Kinshasa (DR Kongo) geboren, wuchs in Frankreich auf und absolvierte ein Kunststudium. 1998 erwarb sie an der Kunsthochschule in Tourcoing, Frankreich, das „Diplôme National d’Expression Plastique” für ihre Arbeit im Bereich Bildhauerei.

Als Künstlerin, Choreografin und Regisseurin arbeitet sie mit verschiedenen Formen des Schreibens: Performance, Choreografie, Film, interaktiv und generativ, sowie mit verschiedenen Dramaturgien und Räumen wie Installationen und Bühnen. Sie interessiert sich für die Entstehung neuer Formen der Andersartigkeit und die einzigartigen Beziehungen und Sprachen, die daraus entstehen. Was sagen sie über unsere Menschlichkeit aus und inwiefern stellen sie den Anthropozentrismus infrage? Ihre Projekte sind transdisziplinär und kollektiv und zielen darauf ab, gemeinsame Forschungsräume zwischen Performancekunst und Sozialwissenschaften zu schaffen.

https://www.chateaurouge.at

Indra Jäger (Produktion)

Indra Jäger, geboren in Frankfurt am Main, lebt seit 2000 in Wien. Nach ihrem Studium der Publizistik und Kommunikationswissenschaft gründete und leitete sie den Kunst- und Kulturverein IM ERSTEN, für den sie zahlreiche spartenübergreifende Projekte initiierte und veranstaltete.

Seit 2022 arbeitet sie als Produzentin mit Elisabeth Tambwe und ist in diesem Kontext an den diskursiven Performanceformaten Salon Souterrain sowie Speech of Love: Absence, Beyond The Overflow und SelFist beteiligt.

Ihre Arbeit setzt sich mit Kommunikationsräumen, egalitären Strukturen und partizipatorischen Formaten auseinander – eine Praxis, die sich auch in ihrer Mitarbeit an Forschungsprojekten sowie in ihrer Tätigkeit für die österreichische Plattform relevant.news im Bereich des lösungsorientierten Journalismus fortsetzt.

Benoît Jouan (Recherche)

Benoît Jouan (*1972) ist Autor und Illustrator. Er studierte Bildende Kunst und besitzt sowohl einen Universitätsabschluss (Master in visuellen und bildnerischen Künsten / Universität Lille III, Frankreich) als auch einen Kunsthochschulabschluss (DNSEP – Nationales Höheres Diplom für plastischen Ausdruck sowie DNAP – Nationales Diplom der Bildenden Künste der Kunstschule Tourcoing, Frankreich).

Zwanzig Jahre lang (1999–2019) arbeitete er am Museum für moderne, zeitgenössische und Outsider-Kunst Lille Métropole (LaM) in Villeneuve-d’Ascq (Frankreich) als Dozent und Leiter von Kunstworkshops (spezialisiert auf Druckgrafik) in geschlossenen Einrichtungen wie psychiatrischen Kliniken und Gefängnissen.

Seit 1998 arbeitet er mit Elisabeth Bakambamba Tambwe zusammen. Im März 2022 zog er nach Wien, wo er heute lebt und arbeitet.

David Pujadas Bosch (Dokumentation)

David Pujadas Bosch (er/ihm), geboren in Barcelona, lebt seit 2000 in Wien. Nach einem Wirtschaftsstudium an der Universität Barcelona und seiner Tätigkeit bei IBM Österreich studierte er an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Monica Bonvicini, Harun Farocki, Thomas Heise und Emily Wardill.

Seine Arbeit konzentriert sich auf Video und Film und umfasst zudem Theater, Fotografie, Animation, Zeichnung, Performance und Soundinstallation. Er arbeitet interdisziplinär im Kunst- und Kulturbereich und kollaboriert mit zahlreichen Künstler:innen.

Neben seiner Tätigkeit in Kamera und Schnitt wirkte er auch in verschiedenen Bereichen der Filmproduktion mit. Darüber hinaus dokumentiert er Performances, Ausstellungen und Symposien und realisiert Kurzfilme, Musikvideos sowie Video-Installationen, u. a. für das Vitra Design Museum, das 21er Haus und die Österreichische UNESCO-Kommission.

https://davidpujadasbosch.wordpress.com

WIEN MODERN 2025: Salon Souterrain (Palais Schönborn-Batthyány, 08.11.2025)

Mit Unterstützung von:

Details zur Veranstaltung:

Salon Souterrain – Confort out

Beginn: 15. April 2026 um 19:30 Uhr

Ort:
WUK
Währinger Str. 59,
1090 Vienne