JEANNE DARK

An Address to Jeanne – Wer ist sie? Jeanne d’Arc*, die französische Nationalheldin, die auch nach ihrem Tod eine steile Karriere hin-legt: vom geistlichen Gerichtshof  als Ketzerin verurteilt, unter gezielter Umgehung der weltlichen Gerichtsbarkeit auf  den Scheiterhaufen geschickt, ein Vierteljahrhundert später rehabilitiert und von der Kirche zur Märtyrerin erklärt, nach noch 500 Jahre zur Heiligen auserkoren um als Ikone sowohl der Resistance aufzuflackern als in jüngster Zeit von der französischen extremen Rechten verein-nahmt zu werden. Hat die Geschichte ihrer Verurteilung uns noch überhaupt was zu sagen? Welcher Körper wäre ihr eigen im Hier und Jetzt? In einer radikalen Reduktion auf  einen umgeschnittenen Körper öffnet die Performance viele assoziative Felder, Rollen und Perspektiven und fragt zugleich nach der Position des Urteils und der Urteilenden. Jeanne aber – sie handelt!*Jeanne d’Arc erhob sich als junge Frau aus dem sozialen Abseits und avancierte zur äußerst erfolgreicheHeeresführerin. Unwillkürlich wurde sie damit auch von einer einfachen Bäuerin zur Hexe, von einer gefeierten Heroin zur Dämonenanbeterin. Verurteilt nicht nur wegen ihres Aberglaubens, sondern gleich-ermaßen für das Tragen von Männerkleidung bzw. durch die Auslegung ihres Kampfes als Mord – nur Soldaten wurde das Recht zu Töten zuerkannt –, bezahlt sie das Performen von „männlichen Tugenden“ mit einem grausamen Tod.

 

BESETZUNG:

Elisabeth Bakambamba Tambwe (Concept/ Performance),

Goran Bugaric (Costume Designer),

Stefan Röhrle (Costume assistant),

Elia Buletti (Sound -Music),

Gustavo Mendez (Video),

Philippe Riéra (Dramaturgy)

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